Samstag, 13. Februar 2021
Gefühle sind genial – Schmerz weitet uns
Es gibt eine frohe Botschaft zum Thema Gefühle: Gefühle sind genial! Unsere Gefühle halten für uns große Geschenke bereit. Gefühle haben sogar gleich zwei Eigenschaften, wie sie unser Leben sehr bereichern …

Wir alle kennen es, wenn wir beispielsweise „vor Wut aus der Haut fahren könnten“ oder „wenn uns der Kragen platzt“. Wir kennen es auch, wenn „wir in unserer Trauer versinken“ oder „uns vor Angst in die Hosen machen“. Manchmal „platzt uns der Schädel“ oder „uns schlägt etwas auf den Magen“. Man könnte diese Liste endlos fortsetzen.

Nun können wir uns Gefühle als individuelle Energiefelder vorstellen. Da ist also das Energiefeld eines bestimmten Gefühls, dem wir einen Namen gegeben haben, zum Beispiel „Unsicherheit“. Und dieses Gefühls-Energiefeld ist/verhält sich so wie eine eigenständige Wesenheit. Eine Gefühls-Wesenheit können wir auch als Gefühls- Energie-Entität beschreiben/benennen. Im Grunde genommen wohnt jedem Gefühle-Energiefeld – jeder Gefühls-Energie-Entität – ein eigener Geist mit eigenen, spezifischen Charaktereigenschaften inne.

Und wenn wir von einer Gefühls-Entität erfüllt/eingenommen werden (und häufig ja gleich von mehreren Gefühls-Entitäten gleichzeitig), dann fühlt es sich für uns so an, als würden wir von dieser Energie „überschwemmt werden“. Dieses Energiefeld der Emotionen drängt sich uns auf, dringt in uns ein, vereinnahmt uns, respektiert unsere Grenzen nicht, geht durch Mauern und Türen (wie Geister und Gespenster) und füllt uns vollständig aus. Es ist uns nicht gelungen, die Zugbrücke, die bei unserem Schloss über den Burggraben führt, rechtzeitig hochzuziehen. Die Gefühle sind einfach in uns eingefallen. Sie haben unsere Burg/unser Schloss eingenommen. Und nun sind sie in uns und wir haben den Salat. Hierbei können wir feststellen, dass wir am liebsten Nein gesagt hätten (und jetzt auch innerlich Nein sagen und mit der Anwesenheit der Gefühle hadern). Wir hadern mit der Anwesenheit all dieser Gefühle, Energien, energetischen Besetzungen und Fremdenergien, weil diese Gefühle „einfach keinen Platz in uns finden“. Sie sind zu groß. Die Gefühle beziehungsweise das Energiefeld der Emotionen ist „größer als wir“.

Wir selbst, unser Körper, Energiekörper, Ego-Körper, ist kleiner als die Gefühle. Und deshalb verspüren wir eine gewisse Not in uns. Das Energiefeld der Emotionen ist größer als unser Körper (unsere Form). Und weil dies so ist, deswegen „drohen wir zu platzen“. Deswegen müssen wir unsere Gefühle ausagieren. Wir müssen sie wieder loswerden. Wir müssen etwas tun, handeln und machen, um sie wieder aus uns rauszuwerfen. Und dies gelingt uns, indem wir unsere Gefühle ausleben.

Genau genommen verhält es sich so, dass wir all diejenigen Gefühle, die mehr und größer sind als unserer eigener energetischer Körper, ausleben müssen, weil sie uns sonst sprengen. Wir haben hierbei nun vier Möglichkeiten, wie wir mit Gefühlen/Gefühls- Energiefeldern/Gefühls-Wesenheiten/Gefühls-Energie-Entitäten umgehen können.

Wir können a) unsere Gefühle authentisch zum Ausdruck bringen. Wir können b) die Gefühle in Form von Ausgleichshandlungen/ Kompensationen zum Ausdruck bringen. Wir können c) die Gefühle verleugnen und bei uns unter den Teppich kehren. Dieses Unter-den-Teppich-Kehren erfordert jedoch einen enorm hohen energetischen Aufwand, weil wir die Gefühle (ähnlich wie bei unserem Computer) komprimieren und „in eine ZIP-Datei umwandeln“ müssen. Und nur diese komprimierten, verkleinerten Gefühle können wir dann unter unseren Teppich schieben. Und weil uns heute das Programm zum Entpacken der vielen ZIP-Dateien fehlt, deswegen bekommen wir all unsere unter unserem Teppich liegenden Gefühle nicht gefühlt, nicht entpackt und nicht mehr hervorgeholt. Wir sind dann auf die Mithilfe der anderen angewiesen, denn unser Partner und unsere Kinder entpacken unsere bei uns unter dem Teppich liegenden Gefühle leicht (mit einem Fingerschnipsen) und spiegeln sie uns in unserem Alltag.

Und schließlich gibt es noch die vierte Möglichkeit d), wie wir mit unseren Gefühlen umgehen können. Wir können sie einfach in uns schwingen lassen, ohne auf sie zu reagieren. Doch hierfür müssen wir unser Schloss (unseren Energie-Körper) mental-energetisch vergrößern, sodass die Gefühls-Energien auch genügend Platz und Raum in uns haben und uns nicht weiter bedrängen, belästigen oder unter Druck setzen.

Jede Gefühls-Energie, die „zu viel und zu groß“ für uns ist, muss durch einen Ausdruck/eine Ausdrucksform verarbeitet werden. Nicht jeder Mensch hat es immer parat, in einer Stresssituation mal eben schnell seinen Energie-Körper zu weiten und zu vergrößern (und sich über die Dinge zu erheben). Und weil diese Energien dann in uns keinen Platz finden, sind wir gezwungen, auf unsere Gefühle zu reagieren, uns zu verhalten, etwas zu tun und etwas zu machen. Wir müssen all diejenigen Energien, die nicht in unseren Energie-Körper hineinpassen, ausagieren.

Da unser Ego-Körper sehr begrenzt und vergleichsweise klein ist, müssen wir, solange wir mit unserem Ego identifiziert sind, ziemlich viele Gefühle leben, ausleben, ausagieren und zum Ausdruck bringen. Das große Geschenk hierbei ist, dass wir durch unser Ausagieren/ Handeln die Gefühle „schmecken“. Wir können/dürfen sie in ihrer spezifischen Qualität erfahren. Wir können/dürfen sie körperlich- sinnlich erleben und fühlen. Wir dürfen fühlen/wahrnehmen, wie sich die Gefühle anfühlen, was wir aus unseren Gefühlen heraus tun und wie wir uns aufgrund von Gefühlen verhalten. Dies bedeutet, dass aus unseren Gefühlen heraus ein Verhalten entsteht, das wiederum zu neuen Gefühlen führt. Und auch diese Gefühle ziehen wieder weiteres Verhalten und weitere Gefühle nach sich. Auf diese Weise leben wir in einer Endlosschleife des Gefühle Fühlens und Handelns und Gefühle Fühlens und Handelns. Genau dies ist unserer Seele nur recht, denn sie möchte ja die Energien, die es gibt, erfahren, fühlen und erleben.

Natürlich bevorzugen wir die schönen, angenehmen Gefühle. Über sie freuen wir uns. Probleme haben wir immer nur dann, wenn wir negative Gefühle fühlen, wenn uns heiß und kalt wird, wenn wir Schweißausbrüche und Herzklopfen bekommen, wenn wir unter Atemnot und erhöhtem Blutdruck leiden, wenn wir Stress und Probleme haben und wenn wir meinen, etwas tun zu müssen. Wir fühlen uns dann gezwungen und getrieben. Wir „können nicht anders“. Wir fühlen und spüren unseren Körper, unsere Muskeln, unseren Puls, unsere Atmung, unsere Hormonausschüttungen und unsere Nerven. Wir fühlen uns von unseren eigenen Gefühlen gestresst, getrieben und unter Druck gesetzt. Doch zugleich fühlen und erfahren wir uns als sehr lebendig – und dies ist paradoxerweise etwas Positives.

Und genau dies ist das Geschenk, das wir unserer Seele machen, wenn wir bereitwillig fühlen – wenn wir bereitwillig und bejahend unsere Gefühle fühlen. Denn wenn wir unser eigenes Gefühle Fühlen unterdrücken (und unter den Teppich kehren), dann sind wir nicht mehr lebendig, sondern „scheintot“. Nur wenn wir uns das Gefühle Fühlen bejahend und bereitwillig erlauben, fühlen wir Gefühle in ihrer Qualität. Wir „schmecken“ Gefühle körperlich-sinnlich. Wir erleben formlose Energie (das Energiefeld eines Gefühls) in der Welt der Formen mit unserem Körper.

Und dies ist das Geniale an unserem Körper: Unser Körper ist in der Lage, wie ein Transformationshäuschen zu arbeiten/zu dienen. Unser Körper wandelt die formlose Energie der universalen Liebe (Gefühle) um auf die Ebene von Formen, sodass wir das Formlose auf der Ebene von Form erfahren, fühlen, wahrnehmen, erleben und genießen können. Hiermit wandelt unser Körper als Transformationshäuschen die Energien des Himmels um in irdische Qualitäten.

Indem wir hierzu Nein sagen, weil wir gewisse Gefühle nicht fühlen mögen, verweigern wir das Fühlen, verweigern wir die Lebendigkeit unseres Lebens und stauen Energien in uns an – und zwar solange, bis unser Körper nicht mehr kann und die Energien (die wir angesammelt/angestaut haben) aus sich selbst heraus ausbrechen/ hervorbrechen/hervortreten – jetzt in Form von unkontrollierten, spontanen, wie aus heiterem Himmel kommenden Wutausbrüchen oder in Form von unschönen Krankheitssymptomen. Dies bedeutet. Energie tritt so oder so in Erscheinung, entweder indem wir freiwillig die Gefühle ausagieren oder indem wir die Gefühle unterdrücken und sie unfreiwillig in Form von deplatziertem Verhalten oder Krankheitssymptomen zum Ausdruck bringen.

Doch dies ist noch nicht alles. Es gibt noch mehr und es geht noch weiter. Gefühle zwingen uns nicht zwangsläufig zum ausagieren Müssen. Wir können auch anders mit ihnen umgehen. Nur solange wir ein unbewusstes Ego sind, müssen wir unbewusst und instinktgesteuert den Impulsen, die uns die Gefühle diktieren, folgen. Sobald wir uns dessen bewusst geworden sind, dass wir ein Ego haben und nicht unser Ego sind, können wir Gefühle in einer anderen Art und Weise nutzen …

Da ist dann also eine Situation, die Gefühle in uns auslöst. Und es kann sogar eine Situation sein, in der wir nur stellvertretend betroffen sind und miterleben, wie bei unserem Partner oder Arbeitskollegen oder bei unseren Kindern ein bestimmtes Ereignis Gefühle auslöst. Und nun „liegt da etwas in der Luft“. Nun schwingen diese Energien, Gefühle und Emotionen herum. Wir sehen und erleben mit, wie sich jemand aufregt, wie wir selbst uns aufregen oder wie jemand (oder wir selbst) traurig, panisch oder ängstlich sind. Und wir nehmen dies bewusst wahr.

Gleichzeitig nehmen wir bewusst wahr, was dies mit uns macht. Unser Herzschlag und unsere Atmung verändern sich. Wir können dies als Beobachter beobachten. Auch unsere Körperspannung verändert sich. Und unsere Nerven liegen blank. So weit, so gut.

Und jetzt können wir auf der Ebene unseres Herzensfeldes einen anderen Umgang mit unseren Gefühlen praktizieren. Während wir bisher 08/15-mäßig mit unserem Ego reagiert und die Gefühle ausgelebt haben (weil unser Körper zu klein für diese gewaltigen Energien war), können wir jetzt bewusst wahrnehmen, wie groß das Energiefeld der Emotionen ist. Dies können wir am einfachsten daran erkennen, wie wir uns am liebsten verhalten würden. Intuitiv spüren wir in uns einen Impuls, wie wir am liebsten reagieren würden. Und in unserer Fantasie könnten wir es uns farbenprächtig ausmalen und erlauben, wie wir am liebsten mit dem anderen umgehen würden – doch bei den meisten Menschen unterliegt bereits diese Fantasievorstellung allerstrengsten Reglementierungen und Verboten, sodass wir überhaupt nicht mehr wahrnehmen, was wir am liebsten tun würden. Somit können wir die Gefühle/Energie-Entitäten in ihrer Qualität/Erscheinung gar nicht wirklich würdigen, wahrnehmen und erfassen.

Anstatt die Gefühle-Energie-Wesenheiten wie gewohnt unter den Teppich zu kehren, ist es viel sinnvoller, sie in ihrer Größe und Gewaltigkeit zu erfassen – und sich dann innerlich zu weiten. Ja, ganz genau.

Wir machen uns innerlich weit und groß!

Wir dehnen uns innerlich aus. Wir machen unseren Energie-Körper ganz bewusst größer. Wir weiten uns und dehnen uns energetisch aus. Wir machen uns so weit und dehnen uns so weit aus, dass die gewaltig großen Energien der Emotionen/Gefühle leicht in uns Platz finden. Wir sind noch 1000-mal größer und weiter als die Emotionen/ Gefühls-Energien. Die Energien der Gefühle finden spielend leicht in uns Platz. Wir selbst sind viel, viel größer und weiter als sie.

Dieses "sich Weiten" machen wir nun als eine kleine Übung: Ich stelle mir meinen Körper als einen Energiekörper vor, der sich über die Grenzen meines physischen Körpers hinaus ausdehnt/weitet. Er wird größer und füllt das ganze Zimmer/den ganzen Raum aus, in dem ich bin. Und er weitet sich noch weiter und wird so groß wir das Haus, in dem ich mich befinde. Und energetisch weite ich meinen Körper noch weiter, sodass er so groß ist wie die Straße, in der ich wohne. Und er dehnt sich noch weiter aus und ist so groß wie der Stadtteil - ja wie die ganze Stadt, in der ich lebe. Und ich weite mich noch weiter und mein Energiekörper ist nun so groß und so weit wie der Landkreis - ja wie das Bundesland - wie die ganze Nation - wie Europa - wie die gesamte Erde - wie unser Sonnensystem - wie der gesamte Kosmos - wie die gesamte Schöpfung. Auf Geistebene bin ich dieses Alleins dieser Schöpfung. Auf diese Weise passen nun alle Gefühle und Energien sehr leicht in mich hinein.

Diese neue Art und Weise mit Gefühlen umzugehen, bedeutet, dass Gefühle an uns die Einladung sind, uns selbst größer und weiter zu machen, uns selbst innerlich auszudehnen und groß und weit zu machen und über unseren „kleinen Ego-Körper“ hinauszuwachsen – bis wir schließlich und endlich alle Gefühle in uns aufgenommen haben und selbst innerlich so groß und so weit sind wie der Himmel – ja, wie Gott.

Gefühle sind daher genial, weil sie zwei Einladungen für uns in der Tasche haben. Wir können sie mit unserem lebendigen Leibe körperlich fühlen und „schmecken“. Und wir können sie als Einladung willkommen heißen, um uns wieder weit und groß zu machen, wie wir einst in unserem Original waren: weit wie der Himmel, weit wie Gott selbst.

Und wir können/dürfen nun selbst wählen, wie wir mit Gefühlen, die in unserem Leben auftauchen, umgehen möchten. Und wir können – da wir Ego und Herz sind – sogar beides gleichzeitig. Ja, wir können beides gleichzeitig und parallel erleben und erfahren. Wir können gleichzeitig als Ego reagieren und unser zu eng Sein ausagieren. Und wir können parallel hierzu unser inneres weit und groß Sein als Herzensfeld-Himmel erfahren.

In den zurückliegenden Jahrtausenden der Menschheitsgeschichte stand das körperliche Erfahren und sinnliche „Schmecken“ der Gefühle im Vordergrund. Jetzt, in unserem Zeitalter der Transformation, steht immer häufiger das sich Weiten im Vordergrund. Wir weiten uns und letztendlich häuten wir uns wie eine Schlange. Auf diese Weise bekommt die Schlange, die einst Adam und Eva den Apfel angeboten und „verführt“ hatte, heute eine neue Bedeutung. In der Medizin ist die Schlange bereits ein Symbol für Heilung. Und so reicht uns die Schlange heute die zweite Frucht vom zweiten Baum: die Birne der Bewusstheit.

Indem wir von der Birne der Bewusstheit abbeißen, erlangen wir nun Bewusstseins-Bewusstsein und wandeln uns von der Raupe zum Schmetterling oder vom Löwenzahn zur Pusteblume und steigen jetzt auf in die Lüfte und sind leicht und kehren heim in den Himmel. Wir selbst sind dieser Himmel, in den wir heimkehren. Wir selbst sind dieser Himmel in uns selbst.

Und die enorme Weite und Größe und Unendlichkeit dieses Himmels erlangen wir durch unsere Gefühle, indem wir alle Gefühle mit offenen Armen willkommen heißen und uns innerlich weiter machen als das Energiefeld der Gefühle/Emotionen.

Gefühle sind wunderbar. Gefühle sind genial. Gefühle sind heilig. Gefühle bereichern uns sowohl auf der Ego-Ebene als auch im Herzensfeld-Sein.

Wer noch mehr lesen möchte, findet im Anschluss an diesen Teil 1 auch noch Teil 2 in einer kostenlosen PDF-Datei (ab Seite 6)
https://www.dropbox.com/s/lf3md500s1xzozj/Gef%C3%BChle%20sind%20genial%20%E2%80%93%20Schmerz%20weitet%20uns.pdf?dl=0