Vergeben, verzeihen ... - Vergebung und Verzeihung praktizieren
Vergeben, verzeihen ... - Vergebung und Verzeihung praktizieren

Bei Wikipedia finden wir: Vergebung (alternativ auch: Verzeihung) ist ein Schlüsselbegriff verschiedener Weltanschauungen, Weltreligionen und Philosophien. Er bezeichnet das Annehmen von bekundeter Reue sowie das Vergeben einer fremden Schuld. Eine besondere, offizielle bzw. juristische Art und Weise der Vergebung ist die Begnadigung (Gnadenbefugnis). Verwandte Begriffe zu Vergebung sind Entschuldigung und Versöhnung, in schwächerer Form auch Nachsicht.

Vergebung ...

In dem Wort Vergeben ist GEBEN enthalten. Wer gibt WEM WAS?
Es "kann" ja nur um Liebe und Frieden gehen. Indem ich vergebe, gebe/schenke ich meinem Gegenüber wie auch mir selbst Liebe und Frieden.
Das Grollen, Hadern, sich ärgern und verbittert sein hat ein Ende.

Vergeben ... - GEBEN ... - sich selbst (in Liebe) geben ...

Ich reiche dem anderen, der mir Schlechtes tat, die Hand und erlöse uns beide von den Energien von Schuld und schlechtem Gewissen.


Und Verzeihen ...

Wir sagen: "Ich bitte Dich um Verzeihung" oder "bitte verzeih mir".
Mit diesem "Ich bitte DICH" möchten wir also "etwas" erreichen, wir möchten "etwas" ERHALTEN. Wir geben nicht, sondern wir wollen bekommen. Wir bitten den anderen, dass er uns vergibt.

Für mich wirkt Verzeihen irgendwie wie ZIEHEN, während Vergebung tatsächlich GEBEN ist.
Verzeihen wäre dann mehr, dass MIR verziehen WIRD.
Während Vergebung der Akt des dem anderen vergebens ist.

In diesem Verständnis ist "die Bitte um Verzeihung", die Bitte, sich der Liebe des anderen wieder sicher sein zu können.
Während Vergebung "MEIN dem anderen vergeben" ist. Es ist MEIN "dem anderen meine Liebe wieder bereitwillig zufließen lassen".

Und wann ist dies wichtig? Wann sind Vergebung und Verzeihung überhaupt von Bedeutung?

Vergebung und Verzeihung kommen immer dann ins Spiel, wenn wir uns jemand anderem gegenüber falsch und daneben benommen haben oder wenn sich jemand anderes uns gegenüber falsch und daneben benommen hat. Jemand (wir selbst oder der andere) hat sich schuldig gemacht. Wobei der Witz ist: Schuld gibt es eigentlich gar nicht. Schuld ist eine Erfindung unseres Ego, um Abhängigkeitsbeziehungen weiter aufrecht zu erhalten.

(Zur Transformation von Schuld und schlechtem gewissen habe ich vor einiger Zeit mal eine Übung gemacht - wer Lust hat, findet sie unter http://www.datgeitman.de/schuld01.html)

Und dies ist auch die Kehrseite der Medaille ...
Wer NICHT vergibt und NICHT verzeiht, der behält zwar sein RECHT, doch zugleich BLEIBT dieser jemand emotional-energetisch mit dem anderen verbandelt, verstrickt, verbunden - ja, "verliebt in Hass und Wut". Diese Beziehung ist eine sehr stabile Verbindung, die von Unfreiheit, Schmerz, Hadern, Grollen, Ärger und viel Negativität geprägt ist. Und viele Menschen (Egos) lieben genau DIES. Es ist wundervolles Futter (köstliche Leckerlis) für unseren Ego-Schmerzkörper.

Und da ist natürlich schon die Frage ...

Was ist mir wichtiger?
Was will ich?

An was will ich weiterhin festhalten?
An dem Schmerz?
An dem Kummer?
An meinem Recht?

Solange ich hieran festhalte, muss ich wahre Liebe und wahre Freiheit und Freude in meinem Leben weiterhin vermissen. Es bleibt dieser schwarze Fleck. Wir können sogar abzählen, wieviele schwarze Flecken und NICHT vergebene Situationen/Begegnungen/Beziehungen/Taten wir in/aus diesem sowie in/aus früheren Leben mit uns bis heute herum tragen. Schau auf Deine Leberflecken, unser Körper hat alles dokumentiert, damit auch ja nichts verloren geht ...

Natürlich ist es extrem, wenn uns schrecklich Gewalt angetan wurde. Und dann ist unsere (noch schrecklichere) Aufgabe, Vergebung zu praktizieren. Wer dies kann, wirkt mitunter übermenschlich - ja heilig. Und zugleich ist dies dennoch unser Weg ...

Auch der schlimmste Übeltäter hat uns NICHT Übles getan, sondern uns in Liebe gedient. Er hat das getan, er hat uns diejenige Erfahrung beschert/geschenkt, um die wir ihn auf einer höheren Ebene gebeten haben. Je heller unser wahres Licht in Wahrheit ist, desto dunkler MUSS unser negativer Hintergrund sein, vor dem unser Licht jetzt in diesen Tagen zum Tragen kommen kann.

ALLES MUSS sich in dieser Welt der Dualität, der Polarität, die WAAGE HALTEN.

Viel Licht braucht viel Schatten - anders funktioniert das Erfahrung-Machen NICHT!

Negativität und Schmerz optimal vermeiden verhindert negative Tiefschläge ebenso wirkungsvoll wie positive Höhenflüge.

Wir tun gut daran, ALLE Gefühle zu erlauben. Unser Leben ist reich, wenn sie ALLE da sein dürfen. Gibt ihnen Raum. Fühle und genieße sie – ALLE. Lege die negativen Gefühle bei Deiner inneren Waage des Lebens achtsam auf die Waagschale der Negativität. Das Leben sucht dann ganz alleine nach Ausgleich.

Wenn wir Glück planen, ereilt uns das Unglück überraschend. Mache es anders herum, mache es neu! Plane Dein Unglück und lass Dich vom Glück überraschen. Unglück planen bedeutet, Negativität erlauben und annehmen – sie ist meist schon da. Wir brauchen sie nicht planen, lediglich annehmen und erlauben. Und wenn die Negativ-Waagschale schon voll und schwer ist, kommt das Wundervolle, Positive ganz von alleine.

Indem Du alle negativen Gefühle erlaubst, schenkst Du Dir Glück. Fühle einfach Dein Fühlen. Dieses reine Fühlen-fühlen ist eine tiefere Ebene als konkrete Gefühle benennen. Und hier liegt unser Schlüssel zum Glück. Also: Wenn Du Dich zum Beispiel abgewiesen und zurück gestoßen fühlst, dann fühle dies einfach, heiße diese Gefühle in Dir willkommen, erlaube, dass sie in Dir schwingen. Lege Deine Vorstellungen von einem „es sollte anders sein“ für diesen Moment beiseite. Sie werden sich ganz von alleine erfüllen, denn sie sind als Deine Absicht bereits im Feld abgespeichert.

Doch solange Du damit haderst, dass es JETZT noch nicht so weit ist, erfüllt Dich das Gefühl von hadern und überdeckt alle anderen Gefühle. Lass auch das Hadern zu Dir herein und öffne Dich anschließend bereitwillig den anderen Gefühlen.

Nicht mehr irgendwelchen Vorstellungen von Liebe hinterher jagen, sondern die Wahrheit lieben, ganz gleich, in welchem "Outfit" sie sich zeigt. Und so werden wir uns tiefer und wahrer in Herzensliebe begegnen und berühren uns gegenseitig von Herz zu Herz.

Es gibt nichts zu vergeben und nichts zu verzeihen. Es genügt, das, was ist, bereitwillig und bejahend anzunehmen und zu fühlen.

Ich wiederhole mich noch einmal, weil ich diesen Punkt echt wichtig finde ...

Das Leben ist nun mal Polarität. Durch die Polarität des Lebens können wir das Leben wie eine Waage begreifen. Die Waagschalen müssen immer ungefähr im Gleichgewicht stehen. Die eine Waagschale repräsentiert Licht, Liebe, Freude und Frieden – alles Positive. Die andere Waagschale repräsentiert alles Negative wie Schwere, Ärger, Wut, Trauer, Angst, Mangel, Schuld, Sünde, schlechtes Gewissen, Probleme etc.

Wir KÖNNEN NICHT immer nur das Schöne in unser Leben einladen. Dann kommt die Waage des Lebens aus dem Gleichgewicht. Die Waage MUSS ausgeglichen und im Gleichgewicht sein. Wenn wir GUTES planen, wird das Leben automatisch Schlechtes planen. So geht das Spiel. Wir könnten sogar den Spieß umdrehen und mit Absicht Schlechtes planen, dann würde das Leben uns Gutes schenken, auch wenn wir es gar nicht haben wollten.

Wir müssen also lernen, Probleme zu akzeptieren und wertzuschätzen. Die Probleme sind sozusagen der schwarze Hintergrund, ganz so wie bei einer Theateraufführung oder im Kino. Auch beim Laternelaufen kommen die schönen, bunten Lichterkerzen erst in der Dunkelheit voll zur Geltung. Im Sommer am Südseestrand macht Laternelaufen keinen Sinn.

Wir können in unserem Leben sogar freiwillig Haken einbauen. Fehler erlauben. Der Drang zum Perfektionismus fordert das Schicksal heraus. Das Schicksal bzw. das Leben wird Wege und Mittel finden, mit einer großen Überraschung in Form eines schweren Schicksalsschlages das Gleichgewicht in der „Waage des Lebens“ wieder herzustellen.

Es ist sinnfrei, sich über Schatten und Licht den Kopf zu zerbrechen. BEIDES ist da und BEIDES gehört zum Leben, zu unserem Leben als Menschen IN DER WELT der Dinge. Tag und Nacht, Licht und Dunkelheit sind über das gesamte Jahr genommen genau 50:50 gleichberechtigt verteilt. Unser gesamtes Leben ist 50:50. Und BEIDES will bejaht und angenommen werden. Unser aller Lernaufgabe ist es, den Schatten zu bejahen.

Wir unterliegen einem Irrtum, einem Irrglauben: Wir denken, das Leben sei schön, wenn es schön ist, wenn es immer und überall freudvoll, herrlich, warm und sonnig ist. Doch diese Sicht der Dinge hat sich unser Verstand ausgedacht.

In Wahrheit ist unser Leben schön, wenn es AUSGEWOGEN ist. DANN, wenn 50:50 gleichberechtigt da sind, DANN fühlt sich unser Körper-Geist-Seele-System wahrhaftig erfüllt. Unser Verstand hat da natürlich andere Vorstellungen, doch für unser SEIN ist 50:50 wichtiger als „nur schön“.

IN JEDER Lebenssituation gibt es Licht und Schatten. Es liegt dann allein an uns selbst, wohin wir unseren Fokus (unsere Aufmerksamkeit) lenken. Blicken wir auf das Schöne, so fühlen wir in uns Dankbarkeit und Freude. Blicken wir in die andere Richtung auf das Negative, so schwingt genau diese Energie in uns.

Das bewusste Lenken unseres Fokusses ist eine hohe Kunst. Wie gesagt: Es ist IMMER ALLES da.

Die Kunst ist, das Negative NICHT unter den Teppich zu kehren, sonders es bewusst zu sehen, zu erkennen, anzuerkennen, wertzuschätzen und sogar zu genießen. Ja, es ist da. Ja, es existiert. Ja, es darf da sein. Ja, ich gebe ihm Raum. Ja, es darf seinen Platz einnehmen. Und dann wende ich mich wieder bewusst und mit einem guten Gewissen dem Positiven zu. Das Negative darf da an seinem Platz verweilen. Und meine Aufmerksamkeit lenke ich selbstbestimmt, wohin immer ICH es will.

Wer jammern und klagen will, darf dies tun. Dies ist sein/ihr gutes Recht. Jeder darf fühlen, was er/sie fühlen möchte. Die Verantwortung hierfür trägt jeder selbst.

Und so lenke ich MEINEN Fokus einmal mehr bewusst aufs Licht in dem Wissen, dass rundherum Schatten ist …

Und so kann ich jedem "Arsch-Engel" dankbar sein, für die Schrecklichkeiten, die er/sie mir angetan hat. Auch das ist eine Form der Liebe - denn Liebe ist ALLES. Und ich brauchen eigentlich NIEMANDEM zu vergeben beziehungsweise ich KANN LEICHT ALLEN vergeben und verzeihen, denn ALLES HAT SEINEN SINN. Auch jeder Schatten hat seinen Sinn, seinen Stellenwert und seine Bedeutung. OHNE Schatten KÖNNTE ich Licht niemals ERFAHREN.

Mir selbst oder anderen Menschen NICHT zu vergeben bedeutet, (noch) NICHT ins Licht gehen zu wollen. Und natürlich WILL KEIN Ego ins Licht. Was sollte es dort? Es würde nur sterben.

Vergebung ist der schnellste, direkteste, kürzeste und leichteste Weg ins Licht, ins Erwachen, in die Erleuchtung, in den Frieden, in die Freude, in die Liebe und ins wahre Glückseligsein. Aber KEINER MUSS bereits HEUTE diese super Abkürzung nehmen. Letztendlich führen ALLE Wege nach Rom ... - bzw. ins Licht ...

Wenn wir uns dafür vergeben können, dass wir (uns uns anderen) HEUTE noch nicht NICHT vergeben, dann ist dies bereits ein wundervoller erster Schritt ...

Alles weitere folgt dann ganz von alleine auf wundersame (himmlische) Art und Weise ...

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Noch eine Ergänzung …

Genau genommen geht es bei Vergebung sowie beim Verzeihen einzig und allein um uns selbst. Es geht darum, wie wir selbst mit einem Gefühl umgegangen sind (damals, als es auftrat). Es geht darum, ob wir ein bestimmtes Gefühl mit/in seiner Energie in unserem Körper-Geist-Seele-System bereitwillig willkommen geheißen und uns ihm hingegeben haben. Es geht darum, ob wie „JA“ gesagt haben zu dieser Energie, zu diesem Gefühl. Es geht darum, ob wir dieser Energie (diesem Gefühl) erlaubt haben, IN UNS zu schwingen, IN UNS zu sein.

Wenn wir diese Energie/dieses Gefühl abgelehnt und vom Hof gejagt haben, wenn wir es zurückgewiesen und fortgescheucht haben, dann haben wir DIESER ENERGIE/DIESEM GEFÜHL gegenüber ein schlechtes Gewissen. Wir haben uns dieser Energie/diesem Gefühl gegenüber „schuldig“ gemacht. Und wir müssen uns selbst vergeben, dass wir uns dieser Energie/diesem Gefühl so abweisend gegenüber verhalten haben.

Hier kommt die Geschichte von Maria und Josef zum Tragen. Sie klopften an eine Tür. - Und wurden abgewiesen. Und dann klopften sie an die nächste Tür - und wurden abgewiesen.

Diese Geschichte ist eine Parabel, eine Metapher, ein Gleichnis.

Diese Geschichte will uns aufzeigen, dass UNSERE GEFÜHLE BEI UNS an unsere Tür klopfen und darum bitten, eingelassen zu werden. Doch wir schlagen ihnen unsere Tür vor ihrer Nase zu. Und dann sitzen all die (unbeliebten/ungeliebten) Gefühle als obdachlose Landstreicher vor den Türen dieser Welt.

Und WENN wir die Gefühle doch herein lassen, dann laden wir sie NICHT in unsere gute Stube, in unser Wohnzimmer ein, sondern wir weisen ihnen einen Platz im Stall zu, abseits, wo sie keinen stören (wir kehren sie unter den Teppich).

Und jetzt kommt der Hammer: Wir weisen sogar der LIEBE selbst einen Platz im Stall zu. Maria trug mit dem Jesuskind die pure, göttliche Liebe in sich, und sie wurden abgewiesen. Es sind eben NICHT nur die negativen Gefühle, die wir abweisen, sondern unser Ego weist sogar die LIEBE ab und verbannt sie in den Stall.

Unser Ego hat durch den „Kuss des Vergessens“ vergessen, dass es selbst Liebe IST. Hierdurch hat es immense Angst vor der Liebe sowie vor dem Licht. Es ist NICHT so, dass WIR nur die negativen Gefühle abweisen, sondern es ist so, dass unser Ego die universale LIEBE in den Stall (unter den Teppich) verbannt. Unser Ego WILL LIEBE NICHT FÜHLEN und NICHT erfahren.

WAS unser Ego bereit ist zu fühlen und zu erfahren, das sind Schmerz, Leid, Hadern (Wut) und Angst. Diese Gefühle lädt unser Ego immer wieder zu sich zu einem Schmerzkörper-Festmahl ein. Doch „die Liebe muss draußen bleiben“ (ganz so wie die Hunde vor einem Ladengeschäft …).

Unser Ego kennt Liebe nur als Abhängigkeitsbeziehung, als „den anderen brauchen“ sowie als „etwas haben wollen“. Dies ist „wundervolle Ego-Liebe“ und bereitet herrliche Schmerzen.

Wahre Liebe lässt frei …

Doch dies KANN unser Ego NICHT …

Vergebung und verzeihen ist also etwas, was einzig und allein in uns selbst von statten geht und sich einzig und allein auf die Kommunikation zwischen uns und unseren Gefühlen bezieht. Es geht darum, dass wir es uns selbst vergeben und verzeihen, einst diese oder jene Gefühle abgelehnt zu haben.

Vergeben und verzeihen bedeutet also so viel, wie diesen Gefühlen JETZT bereitwillig die eigene Tür zu öffnen und sie in uns selbst willkommen zu heißen. „Ich erlaube, dass dieses oder jenes Gefühl JETZT in mir schwingen darf.“ NIEMAND ANDERES (kein anderer Mensch) hat etwas damit zu tun. Der andere Mensch war lediglich Bote, Überbringer und Lieferant des Gefühls (der Energie). Der andere Mensch war „der Weihnachtsmann“, der uns reich beschenken wollte mit einer neuen Qualität von der universalen Liebe.

Wir brauchen also NIEMANDEM im Außen zu vergeben oder zu verzeihen. Alles spielt sich IN UNS SELBST ab: das Vergeben und Verzeihen ebenso wie das Fühlen, Willkommen-heißen, die Liebe-fließen-lassen und Frieden-finden.

Diese neue Sichtweise löst sämtliche Abhängigkeiten und Verstrickungen auf. Hiermit lösen wir die „klebrige“ Ego-Liebe auf. Wir ersetzen „Liebe, die klebt“ durch „Liebe, die frei lässt“. Vergebung bedeutet, den/die anderen Menschen FREI zu lassen. Und indem wir die anderen frei geben, öffnen wir uns unserer eigenen Selbstliebe.

Ich persönlich bekomme immer mehr den Eindruck, dass ALLE Geschichten von Jesus Parabeln, Metaphern und Gleichnisse sind. Wenn wir sagen …

„Wer anderen eine Grube gräbt fällt selbst hinein…“ oder
„Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen schmeißen …“ oder
„Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm …“ - … dann VERSTEHEN wir diese „Bilder“.

Das Nichtverstehen bezeichnet man als „Konkretismus“. Doch wie verhält es sich mit den folgenden Bildern …

„Jesus ging über das Wasser …“
„Die Speisung der x-Tausend …“
„Der Lahme, der wieder gehen konnte …“
„Der Stumme, der wieder sprechen konnte …“
„Der Blinde, der wieder sehen konnte …“
„Die Auferstehung Jesu …“
„Als Jesus im Stall geboren wurde …“
Und so weiter …

Auch all DIESE Bilder sind vermutlich NICHT wörtlich zu nehmen, sondern als Bilder, als Metaphern, als Gleichnisse, als Parabeln zu verstehen …

Vergebung bedeutet auch, all diese Bilder viele Jahre lang - ja seit Menschengedenken - „falsch“ verstanden zu haben, fehlinterpretiert und missverstanden zu haben, zu ernst/zu wörtlich/ zu persönlich genommen zu haben …

Und letztendlich ist sogar jede Erscheinung in der Natur NICHT wörtlich zu nehmen, NICHT konkret zu verstehen, NICHT persönlich zu nehmen …

„die Raupe verwandelt sich in einen Schmetterling …“
„aus den Blüten des Apfelbaums geht neue Früchte hervor …“
„im Herbst lassen die Bäume ihre Blätter fallen …“
„Abgestorbenes verwest …“
„eine große Welle kann alles hinfort spülen …“
„es gibt Tag und Nacht …“
„die Sonne scheint …“
„es regnet …“
„das Korn wiegt sich im Wind …“
„das Wasser findet seinen Weg …“
„die Wolken ziehen vorüber …“
„das Wasser verdunstet und steigt auf … - und regnet wieder herab …“
„ich atme …“
„das Feuer brennt …“
„wir bauen (feste) Häuser und wohnen in ihnen …“
„wir fahren mit Autos auf vorgegebenen Straßen …“
„es gibt Schilder und Gesetze, an die wir uns halten müssen …“
„die globale Umweltverschmutzung …“
„wir ersticken im Müll …“
„wie kommunizieren „unsichtbar“ per Sender und Empfänger (Radio, WLAN, Handy) …“
„wir lieben es, fern-zu-sehen …“

… all dies sind „nur“ Parabeln, Bilder, Gleichnisse, Metaphern für „wie wir mit unseren Gefühlen umgehen“ bzw. „wie wir uns selbst als energetisches Wesen (als Geist) leben“ …

Wir halten all diese „Fakten“ und „Tatsachen“ für real, für wirklich, für echt und wahrhaftig - doch das sind sie NICHT. Sie spiegeln uns lediglich „etwas“. Sie spiegeln uns, WIE wir leben - wie wir auf energetisch-feinstofflicher Ebene mit uns selbst umgehen. WIE wir GEIST SIND …

Vergebung und verzeihen bedeutet, die Bilder von falsch und richtig loszulassen.
Vergebung und verzeihen erfordert, unsere Vorstellungen zu verabschieden.
Vergebung und verzeihen bedeutet, NICHT SELBST zu entscheiden, was „gut“ ist.
Vergebung und verzeihen impliziert das Beenden des Auswählens.

Vergebung und verzeihen geht einher mit der Annahme von dem, was IST.
Vergebung und verzeihen ist praktizierte und gelebte Hingabe ans JETZT.
Vergebung und verzeihen bedeutet „JA“ sagen.
Vergebung und verzeihen IST LIEBE.

Liebe, zu den Gefühlen, die JETZT IN MIR schwingen …