Ist unser Körper hungrig oder unser Geist?
Muss ich essen, wenn ich denke?

Wir alle kennen das Phänomen, dass wir geistig voll da, wach, präsent und engagiert sind - und schier das Essen vergessen. Gibt es hier womöglich einen Zusammenhang?

Wir alle kennen darüber hinaus das zweite Phänomen, dass wir geistig total unterfordert sind, uns langweilen, nicht wissen, was wir tun sollen und vor Langerweile essen, Naschi naschen, ungesunde Dinge in uns hinein schaufeln und uns hinterher ärgern. Gibt es auch hier womöglich einen Zusammenhang?

Könnten es sein, dass es sich so verhält, dass, wenn wir geistig genug gesunde Nahrung zu uns neh-men, wir unseren Körper nicht mehr weltlich ernähren zu brauchen?“ Oder anderes herum: Gilt womöglich auch der Umkehrschluss, dass, nur weil ich mich geistig unterernähre, muss ich meinen Körper mit fester Nahrung füttern?

Uns selbst zu uns nehmen

Geistige Nahrung zu uns nehmen bedeutet hierbei jedoch NICHT, sich immer mehr Wissen anzueignen, etwas im Außen zu lernen, schlaue Bücher zu lesen, interessanten Vorträgen zu lauschen oder anderweitig Geistiges zu konsumieren. Sondern geistige Nahrung zu uns nehmen bedeutet, unsere eigene aus uns selbst heraus kommende geistige Kreativität zu uns zu nehmen. Es würde bedeuten, dass wir uns an unserer eigenen, aus unserem Herzensfeld kommenden Geistigkeit erfreuen. Wir würden also NICHTS aus dem Außen in uns aufnehmen, sondern wir würden etwas aus unserem Innen „in uns“ aufnehmen - in unser Tagesbewusstsein. Wir würden unsere Intuition als kreativen Geist, der in uns selbst schlummert, in unser Wachbewusstsein einfließen lassen. DIES wäre ein kreativer, schöpferischer, geistiger Prozess und DIES würde uns sättigen.

Feststellen können wir, dass unser Körper-Geist-Seele-System nach Nahrung jippert. Welcher Anteil (Körper, Geist oder Seele) nach was jippert, das können wir jetzt einmal unter die Lupe nehmen.

Unsere Seele ist Liebe

Alles, was sie braucht, ist Liebe. Mit etwas anderem als Liebe kann unsere Seele nichts anfangen. Liebe und alle Ausdrucksformen der universalen Liebe nähren unsere Seele. Diese, unsere Seele nährende Liebe müssen wir unterscheiden von der Ego-Liebe, die auf Abhängigkeit, brauchen und gebraucht werden sowie haben und besitzen wollen basiert. Die Ego-Liebe liebt das Außen. Die unsere Seele nährende Liebe kommt aus unserem Innen. Sie ist Herzensfeld-Liebe. Lieben wir uns auf dieser Ebene, so lieben wir NICHT den anderen, sondern wir lieben uns selbst in der Art uns Weise, wie wir selbst den anderen lieben. Es ist also von innen kommende reine Selbstliebe.

Unser Geist ist denken

Unser Geist „ernährt sich“vom Denken. Wir Menchen sind geistvolle bzw. geistige (geistliche) Wesen. Frei nach dem Motto „denken macht Spaß, denken ist schön, denken bereitet Freude“ ergötzt sich unser Geist an Geistigem. Wer aus Leidenschaft philosophiert, hat im Denken seine Berufung gefunden und erfährt sich selbst als enthusiastischer Schöpfer immer neuer Gedanken und Spirit-gesteuerter Fantasien. Denken wir wunderbar-schöne, positive, wohltuende, herrliche, heilende Gedanken, so ist das Denken wahrlich eine große Freude.

In unserer Welt brauchen wir für alles einen Führerschein oder eine Genehmigung - doch für das Denken nicht. „Die Gedanken sind frei“, heißt es. Niemand kann meine Gedanken sehen. Was ist tatsächlich über jemend anderes denke, bleibt mein ewiges Geheimnis. So weit so gut …

Doch „die Gedanken sind frei“ erfahren wir oft genug als: „Ich kriegen meine eigenen Gedanken kaum eingefangen. Sie entfliehen mir selbst.“ Unsere Gedanken sind so frei, dass wir unser Denken gar nicht selbst kontrolliert und erst recht nicht gesteuert, gelenkt oder bewusst ausgerichtet kriegen. Es gibt keine „Denk-Schule“. Es gibt in der Schule kein Unterrichtsfach: „Denken für Anfänger und Fortgeschrittene“.

Das einzige, was es gibt, ist die Meditation. In Meditation versuchen wir, Herr unserer freien, wilden, wirren, konfusen Gedanken zu werden und sie zur Ruhe zu bringen. In anderen Teilen dieser Erde findet das bewusste Denken eine sehr viel größere Bedeutung. Wir sind da wirklich noch Anfänger – wir befinden uns in Sachen Denken kurz vor unserem ersten Kindergartentag. Wir haben noch NICHT erkannt, dass unser DENKEN die irdische Form (die weltliche Manifestation) des universalen Bewusstseins ist, dies bedeutet: Denken ist Schöpfung!

Dennoch praktizieren wir als „fast schon Kindergartenkinder“ unser schöpferisches Denken Tag für Tag: Jeder Architekt muss sein neues Projekt denken, bevor das neue Gebäude erbaut werden kann. Dies ist weltliches Erschaffen. Und auch alle anderen Projekte, Baustellen, Feiern, Feste, Veranstaltungen und Events müssen zuerst gedacht worden sein, bevor sie stattfinden und erlebt werden können.

Unser Körper ist fühlen

Wir sind Körper, Geist und Seele. Oder anderes herum: Wir sind Liebe (Seele), denken (Geist) und fühlen (Körper). Mit unserem Körper erfahren wir. Und erfahren ist wahrnehmen und fühlen. Wir spüren körperlich, was los ist, was gerade passiert, was augenblicklich geschieht. Wenn es schön ist, lachen wir von Herzen. Wenn es schlimm ist, zittern wir und uns wird heiß und kalt. Wir können Tränen der Trauer, Tränen der Freude und Tränen der Rührung weinen. All dies ist fühlen.

Unser Körper „ernährt“ sich vom Fühlen. Fühlen wir uns gut, toll, großartig und wundervoll-herrlich, so brauchen wir kaum etwas zu essen. Alles ist einfach genial. Fühlen wir uns hingegen niederge-schlagen, depressiv, traurig und frustriert, so futtern wir uns einen Kummerspeck an (oder trinken Alkohol, um dem Schmerz herunter zu spülen und nicht fühlen zu müssen).

Unsere Körperstatur spiegelt uns, ob wir alle Gefühle immer fein (und freiwillig und bereitwillig) durchgelassen haben oder ob wir zu einigen (oder vielen) Gefühlen „Nein“ gesagt haben, sodass sie sich in uns anstauen und nicht abfließen (nicht durch uns hindurch fließen) können. Dann „tragen wir mehr auf den Rippen“, als es von Natur aus gedacht wäre. Wir legen uns sozusagen einen kleinen (oder auch größeren) Schutzpanzer (eine Schutzschicht, ein Wattepolster) zu, damit uns mögliche weitere unangenehme, negative Gefühle nicht so hart treffen (Kummerspeck). (Dabei brauchen wir uns gar nicht von ihnen „treffen“ zu lassen, es genügt, sie nicht so persönlich zu nehmen und einfach als Energie durch uns hindurch fließen zu lassen.)

Inspirationen

Wir sind also Körper, Geist und Seele und ernähren uns von fühlen, denken und Liebe. Und vom Körperlichen kennen wir es am besten: Wir genießen es, wenn uns ein Essen gut schmeckt. Wir freuen uns, wenn uns die Mahlzeit mundet. Wir schmelzen förmlich dahin, wenn ein wahrer Gaumenschmaus unseren Geschmacksnerven schmeichelt. Und genau das Gleiche gilt auch für unser „denken“ …

Wir können es genießen, wenn uns gedankliche Vorstellungen gut schmecken und in uns positive Gefühle auslösen/hervorrufen. Wir freuen uns, wenn Synergien im Zusammenleben mit anderen Menschen uns zu neuen, geistigen Höhen aufschwingen lassen. Wir schmelzen förmlich dahin, wenn unser Gesprächspartner die richtigen Worte zur rechten Zeit zu sprechen vermag. Wir alle lieben anregende, gute, inspirierende Gespräche - das konkrete Thema ist dabei zweitrangig, die gegenseitige Inspiration ist das schöne Gefühl, auf das es uns ankommt. Und bereits in dem Wort Inspiration steckt „In-spirit-aktion“ also: „Spirit in Action“ - also unser Geist in Aktion. Oder „unser Geist lebt in seiner Lebendigkeit.

Wer sich zu geistigen Höhenflügen aufschwingt, für den werden die Nahrungsaufnahme und die Körperpflege nachgrangig. Wer gedanklich schier abhebt, für den verlieren die irdischen Reize und Verlockungen an Bedeutung. Dies ist einerseits schade – aber andererseits vielleicht der Weg hin zu einer neuen Erfahrung von Liebe - einer Liebe jenseits der körperlichen Liebe eher in der Dimension geistiger, spiritueller, energetischer, mentaler oder feinstofflicher Liebe. Dies ist diejenige Energie, die wir in unserem eigenen Innen finden.

Ein neues „etwas zu sich nehmen“

Bei unserem Geist wie auch bei unserer Seele ging es darum, „etwas“ (Geistiges/Kreatives und Liebe) aus unserem Innen heraus zu uns zu nehmen. Dieses „etwas zu uns nehmen“ ist ANDERS, als wir es aus unserem Leben her kennen. Da verstehen wir unter „etwas zu uns nehmen“, etwas aus dem Außen zu konsumieren. HIER verstehen wir unter „etwas zu uns nehmen“, etwas aus unserem Innen „zu konsumieren“ - also in unserem Tagesbewusstsein wahrzunehmen und zu genießen.

Und das Gleiche gilt auch für unser körperliches Sein: Wir sind aufgerufen, unsere in uns schwingenden Gefühle zu uns zu nehmen und uns an ihnen zu laben. Solange wir „andere“ Gefühle haben wollen, als diejenigen, die jetzt da sind, werden wir ein Leben lang „hungrig nach etwas anderem“ bleiben.

Eine Neue Ordnung

Wollen wir in unserem Leben und in dieser Welt „etwas“ verändern, so geht allen Veränderungen im Außen unsere eigene Veränderung im Innen voraus. Es geht darum, in uns selbst eine Neue Ordnung zu installieren, die Ordnung unseres Herzensfeldes, ein nach innen schauen. Frei nach dem Motto „Wohin Du denkst, Energie Du lenkst“ KÖNNEN wir unsere Aufmerksamkeit auf diejenigen Energien lenken, die wir in uns selbst tragen (Liebe, denken, fühlen). Wir haben unser Innen ja immer dabei und brauchen es niemals vermissen. Unser Innen ist unser innerer Kosmos sowie unser inneres Universum des Glücks.

Der einzige Grund, weswegen wir vergessen haben, dass wir unser Glück in unserem Innen viel leichter finden als im Außen, ist, dass unser Innen momentan voll von Fremdenergien ist. Durch unsere Erziehung durch unsere Eltern und die Gesellschaft wurden wir mit unendlich vielen Konditionierungen, Werten, Mustern, Prägungen, Glaubenssätzen und Überzeugungen vollgepumpt, sodass wir unsere eigene Kreativität, Selbstliebe, Intuition sowie unser inneres Fühlen/Spüren gar nicht mehr wirklich wahrnehmen. Im Grund genommen liegen wir selbst mit unserem eigenen ICH BIN in unserem eigenen System versteckt unter unserem Teppich.

Schöpfer sein

Ein neuer Blick könnte sein …

Was kommt aus MIR?
Was spüre ich in meinem Innen?
Was aus meinem Innen möchte sich mir jetzt zeigen?

Schöpferisch tätig sein können wir NIE, wenn wir das Außen konsumieren und lediglich reproduzie-ren. Wahrhaft schöpferisch sein und uns selbst als wahre Schöpfer erfahren können wir nur dann, wenn wir unser eigenes Herzensfeld mit all unseren inneren, intuitiven Impulsen „konsumieren“. Schöpferisch sein können wir nur aus unserem Innen heraus …

Und wir würden eine ganz neue Sattheit, ein ganz neues „befriedigt sein“ und ein ganz neues „erfüllt sein“ erleben und erfahren …

„Und dies erlaube ich mir jetzt …“