Samstag, 2. Februar 2019
Müssen wir „immer auf Empfang sein“?
Dies ist ein sehr spannendes Thema, das, wenn man es auf unterschiedlichen Ebenen beleuchtet, zu sehr vielschichtigen Erkenntnissen führt …

Ebene 1 – Immer auf Empfang

Wir sind ständig auf Empfang. Wir sind immer erreichbar.

Worin besteht der Haken?

Wir sind ständig auf Empfang und wir sind immer erreichbar … - für die anderen, für das Außen.

Indem wir ständig auf Empfang und für die anderen immer erreichbar sind, haben wir uns ein Leben eingerichtet, in dem wir andauernd VON AUSSEN Signale, Worte, Sätze, Botschaften und Mitteilungen erhalten. DIES führt dazu, dass wir unsere eigene innere Stimme (Intuition, Bauchgefühl) in grandioser Art und Weise überhören.

Was würde geschehen, wenn wir in der gleichen Art und Weise, wie wir momentan mit unserem Handy für andere Menschen erreichbar sind, OHNE Handy für unsere eigene innere Stimme (für unsere eigene Intuition) offen und erreichbar wären? - Dann würden wir endlich wieder zu uns selbst finden und uns von unserem Herzensfeld vertrauensvoll führen, lenken und leiten lassen.

Derzeit ist es so, dass die vielen, vielen Nachrichten (die wir erhalten) uns beeinflussen. Wir lassen uns von IHNEN führen, lenken und leiten …

In grotesker Weise „brauchen“ wir unser Handy, um unsere Intuition weiterhin wirkungsvoll unterdrücken zu KÖNNEN. Hätten wir KEINE Handy, wären wir vermutlich alle schon längst erleuchtet (ohne viel dafür tun zu müssen) …

Ebene 2 – Das Außen will was von mir

Wir haben unser Handy ON und warten schier andauernd darauf, dass jemand anruft, dass jemand eine Nachricht schreibt und dass sich jemand bei uns meldet. Unser Handy ist auf Empfang, weil wir glauben, dass JEMAND ETWAS von uns will.

Kennen wir dieses Gefühl von irgendwo her? - Ja, richtig! Unsere eigenen Eltern wollten ständig und immerzu irgendetwas von uns. Kaum waren wir aus der Schule nach Hause gekommen, da kam schon die Frage: „Wie war es denn heute in der Schule? Erzähl doch mal!“ Unsere Eltern haben uns eigentlich NIE in Ruhe gelassen oder (Frei)RAUM gegeben. Und jetzt haben wir dieses „fremdbestimmt sein“ pervertiert und zu unserer Überlebensstrategie erklärt.

Weil wir als Kinder keine Chance hatte, einmal ganz in Ruhe sein zu können, haben wir unbewusst einen Abwehrmechanismus installiert. Und der lautete: „Ich will ja auch gar nicht meine Ruhe haben. Ich will ja auch gar nichts alleine tun. Ich will mich ja auch germe ständig nach den Bedürfnissen der anderen richten. Ich will gar keinen Freiraum und brauche ihn auch überhaupt nicht.“

Unsere Handys setzen unsere aus unserer Kindheit stammende „keine-Zeit-für-mich-Erfahrung“ fort. Wir haben uns so daran gewöhnt, dass KEINE Zeit für sich selbst haben NORMAL ist, dass wir schier verzweifeln, wenn wir doch einmal Zeit für uns haben (wenn sich mehr als eine Stunde mal niemand bei mir auf dem Handy gemeldet hat). Dann freue ich mich nicht, dass ich Zeit mit MIR habe, sondern ich bekomme Panik, dass keiner mehr etwas mit mir zu tun haben will. Mit freier Zeit sind wir nicht glücklich, sondern plan- und orientierungslos, also unglücklich …

Ebene 3 – Nach unten schauen

Schauen wir auf unser Handy, so blicken wir nach unten. Wir haben es verlernt, nach oben zu sehen und zum Himmel aufzuschauen. Wir „stehen“ eben NICHT mehr „über den Dingen“, sondern lassen uns von der Welt und ihren Reizen verschlucken.

„Führe uns nicht in Versuchung“ - heißt es so schön. Ist ein Handy nun auch eine dieser Versuchungen oder ist es überlebenswichtiges Requisit in unserem modernen Alltag?

Wer mit dem Handy durch die Straßen und durch’s Leben läuft, bekommt von allem Drumherum nicht mehr viel mit. Dies ist im Straßenverkehr durchaus ein Problem. Doch ist die Entwicklung tatsächlich so schlimm? Immerhin gelingt es uns, den Fokus vom Außen abzuziehen und uns vollkommen auf uns zu fokussieren. Nur, dass dieses „auf uns fokussieren“ eben NICHT auf uns selbst ist, hin zu unserer inneren Stimme, sondern zu unserem Handy.

Aber grundsätzlich können wir erkennen: ES GEHT. Es funktioniert. Der Mensch ist in der Lage, den Versuchungen des Außen (des Drumherum) zu widerstehen - weil er das Außen vor lauter Handy gar nicht mehr wahrnimmt.

Da das Handy selbst ebenfalls ein solches Außen ist, wäre der nächste Schritt, die eigene Intuition als das eigene „innere Handy“ zu verstehen. DANN würde die ganze Sache tatsächlich einen Sinn machen.

Ebene 4 - Fernsehen

Handys sind ebenso wie Fernseher und Flachbildschirme, Computer und Laptops „Seelenabsauger“. In den Geschichten von Harry Potter waren es die Dementoren. In unserem „realen“ Leben sind es unsere modernen Medien.

Sie saugen unsere Seele ab.
Sie machen uns weg.
Sie lassen uns lebendig tot sein.
Sie verhindern Originalgefühle.
Sie vernichten Live-Erlebnisse.
Sie töten lebendiges Leben.

Warum ist dies so wichtig? - Es ist wichtig, um uns auch in Zeiten der Transformation noch weiter im Vergessen zu halten, obgleich die universale Bewusstseins-Energie schon um ein Vielfaches höher ist als noch vor 500 Jahren. Wir wären ALLE schon längst wieder bewusst, wenn wir nicht Techniken und „Spiele“ und Geräte entwickelt hätten, die uns im Unbewussten festhalten.

Dabei machen wir immer mehr Erfahrungen aus zweiter Hand. Wir machen immer mehr virtuelle Erfahrungen. Und diese virtuellen Welten sind möglicherweise schon eine sinnvolle und gute Vorbereitung auf ein „Leben ohne feststofflichen Körper“. Denn in unseren virtuellen Handy-Welten und PC-Spielen eifern wir mit, fiebern wir mit, sind voll und ganz bei der Sache, obgleich das virtuelle Erleben überhaupt gar nichts mit der augenblicklichen real-weltlichen Situation zu tun hat.

Wir lernen also (ohne dass wir dies bewusst lernen würden), uns in Jenseits-Welten „zu fühlen“, wahrzunehmen und Energetisches zu erleben. Es sind Trancezustände ähnlich einer Meditation, nur eben technisch von außen induziert.

Eine besonders magnetisierende Wirkung scheinen hierbei Stoffe und Elemente wie „die Metalle der seltenen Erden“ (spezielle Metalle und Legierungen) zu haben. Sie fesseln unseren Geist. Sie bündeln unsere Aufmerksamkeit und lenken unseren Fokus auf sich. Sie unterbrechen unseren Kontakt mit unserer Intuition.

Oder führen sie uns zurück zu einer ganz anderen „Form“ von Intuition …?

Ebene 5 – Mehr oder weniger Identifikation

Dank unserer Handys und Computertechnilogie leben wir bereits großenteils ein virtuelles Leben jenseits des real-weltlichen Lebens, so als ob wir die Dimension bereits gewechselt hätten. Der Unterschied ist nur, dass wir weiterhin unbewusst in dieser neuen Dimension leben. Die momentane Entwicklung führt uns zwar immer weiter hinein in die virtuellen Energiewelten, doch unser fehlendes Bewusstsein führt zu einer immer stärkeren Trennung von unserem Liebe-Sein sowie von unserer Herzensfeld-Intuition und zu einem sich noch immer weiter manifestierenden Vergessen.

Dies führt letztendlich dazu, dass wir beginnen, uns mit den Energiewelten zu identifizieren. Es entstehen also neue Identifikationen wie: Ich bin mein Handy der Marky XY (neueste Version). Ich bin der größte Flachbildschirm. Ich bin das schnellste Internet. Und wenn mein Handy kaputt ist, dann fühlt es sich so an, als sei ICH kaputt. Und ICH habe tatsächlich Schmerzen, wenn alle meine Bilder/Fotos, Kontakte und Nachrichten gelöscht oder verloren sind. Dies ist der Weg unseres unbewussten Ego.

Ein bewusstes Eintauchen in die Dimensionen der Energiewelten würde mit dem Erkennen einhergehen, dass sich Identifikation immer weiter auflöst. Das NICHTS ist nichts. Das Quantenfeld ist feinstofflich. Reines Bewusstsein ist formlos. Das Feld des universalen Potenzials ist ein Feld unendlicher NICHT manifestierter (also NICHT benennbarer) Möglichkeiten. In diesem NICHTS gibt es NICHTS, womit wir uns identifizieren könnten. DIES anzunehmen und sich diesem formlosen NICHTS hinzugeben ist möglicherweise ein Weg spiritueller, geistiger Bewusstwerdung.

Ebene 6 - Spiegel

Was können wir noch erkennen, wenn wir uns unser Sein von unserem Handy spiegeln lassen?

Wir können erkennen, dass wir sehr weit vernetzt sind. Jeder von uns hat über sein Handy sowie über die sozialen Plattformen im Internet x-hundert Kontakte und Follower und Freunde. Jeder weiß alles Mögliche von x-beliebig vielen Menschen.

Dieses globale „vernetzt sein“ hat jeden einzelnen privaten Menschen erreicht. Es ist NICHT mehr einer „höheren Schicht“ vorbehalten, Zugang zu geistigem Wissen und wichtigen Informationen zu haben. Heute hat JEDER Zugang zu allem. Diese Gleichberechtigung ist unabhängig von kultureller, religiöser, nationaler, geschlechtlicher oder sonst einer Zugehörigkeit. Sie ist altersübergreifend und kennt keine Grenzen.

Im Grunde erkennen wir hierdurch, dass wir irgendwie tatsächlich ALLE GLEICH und ebenbürtig sind.

Ebene 7 - Mobbing

Diese Gleichmacherei stinkt nun allerdings unserem Ego bis zum Himmel, deswegen benutzt unser Ego das Handy sowie auch die sozialen Netzwerke, um SEINE Ziele zu verfolgen und SEINEN Schmerzkörper zu nähren. Und wie könnte dies besser funktionieren, als sich selbst zu erhöhen, indem man den anderen erniedrigt.

Die Gleichheit und Gleichberechtigung, die im Grunde unser „gleich sein“ auf Herzensfeldebene wiederspiegelt, wird also von unserem Ego sofort wieder umgedreht, ins Gegenteil verkehrt, missbraucht, ins Negative verrückt und auf den Kopf gestellt. Wir könnten uns alle lieben, doch das Ego will lieber alle hassen und sich gegenseitig fertig machen.

Auf diese Weise spiegelt sogar unser Handy uns unsere Herzensfeldebene der Gleichberechtigung, der Liebe und der Vernetzung sowie auch, wie unser Ego mit dieser genialen Möglichkeit gegenpolig umgeht und Schönes zunichte macht und Schmerz erschafft.

Ebene 8 - Datenschutz ad absurdum

Auf der Herzensfeldebene wird der Datenschutz immer absurder, denn wir sind ohnehin ALLE EINS. Wenn die gesamte Menschheit im Grunde EIN göttlicher Körper ist, wieso ist es dann wichtig, dass die Daten von meinem kleinen Zeh vor meiner Nase geheim gehalten werden? Wieso darf meine Nase NICHTS von und über meinen kleinen Zeh wissen? Immerhin bewegt doch ER den Körper voran, an dem die Nase dran hängt.

Des Weiteren hat sich der Datenschutz ohnehin demnächst (wenn nicht jetzt schon) erledigt, denn es gibt immer mehr Menschen, die über mediale Fähigkeiten, über die Fähigkeiten von Geistheilern sowie über Sichtigkeit und Hellsichtigkeit verfügen, und die WISSEN sogar vieles, was der andere von sich selbst nicht weiß. Telepathie, Mentalkommunikation, Gedankenlesen, energetische Kommunikation werden in kürzester Zeit unsere Worte auf den zweite Platz verweisen.

Es ist doch SCHON JETZT so, dass uns (wenn wir einmal ehrlich sind) KEINER mehr etwas vormachen kann. Wenn wir Max Meier oder Mellanie Mustermann fragen: „Na, wie geht es Dir heute?“ und die antworten: „Prächtig, es könnte nicht besser sein!“, dann sagt uns doch schon jetzt unser Bauchgefühl, ob wir diesen Worten trauen und Glauben schenken können oder nicht. Und dieses „der eigenen Intuition mehr vertrauen als den Worten meines Gegenübers“, das wird immer mehr werden.

Unser Ego besteht natürlich auf den Datenschutz. Und hier können wir schon wieder sehr schön erkennen, welcher Mensch noch sehr viel Ego ist und wer schon im Herzensfeld angekommen ist. Denn den Menschen, die bereits im Herzensfeld angekommen sind, die haben a) nichts zu verbergen und wollen b) nichts geheim halten. Wozu auch? Es können c) gerne alle alles wissen und davon lernen.

Doch die Egos erfinden weiterhin eine Geheimhaltungsstufe nach der anderen und perfektionieren die Trennung und das sich Separieren und Individualisieren auf immer skurrilrere Art und Weise. Als Herzensfeld-Menschen können wir sie lassen. Irgendwann werden auch sie erkennen. Der Weg ins Bewusstseins-Bewusstsein (in die Bewusstheit) führt DURCH den Schmerz und … - „Aua macht schlauer …!“

Fazit

Die modernen Medien, Handy, Flachbildschirme, Computer und was es sonst noch so alles gibt, forcieren die Schere zwischen Egos und Herzensfeld-Menschen. Viele Menschen identifizieren sich unbewusst mit all den Dingen, die kein Mensch braucht. Manche benutzen diese technischen Errungenschaften dosiert und bewusst. Wenige verzichten gänzlich auf sie und hören lieber auf die eigenen, innere Stimme.

Wie navigiere ICH durchs Leben …?

Zum Abschluss noch das Beispiel von Susanne. Sie war mit ihrer Familie unterwegs, kam vom Land und befand sich auf dem Weg zu einem Familienfest in der Großstadt. „Wie gut, dass es Navis gibt. Ohne Navi würde ich den Weg niemals finden“, dachte Susanne.

Sie hatte sich die grobe Route vorher einmal im Computer angeschaut und wusste ungefähr den Stadtteil. Die genaue Adresse gab sie ins Navi ein. Ihre Familie stieg ins Auto und sie fuhren mehr als eine Stunde über die Autobahn, bevor sie die richtige Ausfahrt erreichten. An der nächsten roten Ampel schaltete Susanne das Navi ein. Die Zieladresse hatte sie ja zuvor bereits einprogrammiert.

Artig führte und lenke das Navi sie die großen Einfallstraßen entlang. Hier kannte sich Susanne auch ohne Navi noch gut aus. Aber es war ein beruhigendes Gefühl, dass das Navi sie führte.

DOCH: Wieso nur blinkt die Akkuanzeige so doof?

Susanne rüttelte am Zigarrettenanzünder. Nichts passierte. Susanne bekam Stress. Und dann, kurz vor der nächsten Abzweigung, schaltete sich das Gerät plötzlich ab. „So ein Mist“, fluchte Susanne. „Jetzt, wo ich es brauche, funktioniert es nicht mehr.“

„Ich glaube hier war es. Hier muss ich abbiegen …“

Völlig gestresst und sichtlich genervt schaltete Susanne das Navi nach der Abzweigung wieder ein. „3,5 km bis zum nächsten Abbiegen.“ Schnell schaltete sie das Navi wieder aus und fuhr erstmal weiter …

Nach 3 km schaltete Susanne das Navi wieder ein. 300m. Und schwupp, schaltete es sich selbst wieder aus …

„Verflucht …“

Nun ließ sich das Navi NICHT wieder einschalten. „Klar, jetzt, wo ich es bräuchte, funktioniert es nicht. Super.“

„Dann fahr doch nach Deiner Intuition, Mama“, blinzelte da ihre achtjährige Tochter von der Seite an. „Du schaffst das bestimmt auch so …“

Susanne guckte verdutzt.

„Ich glaube, da vorne müsstest Du gleich rechts abbiegen“, klang wieder die Kinderstimme vom Beifahrersitz.

„Ja, das habe ich auch gerade gedacht“, nuschelte Susanne.

Sie tastete sich vor …

„Hier müsste es irgendwo sein. Wie hieß die Straße noch …?“

Und plötzlich, wie aus heiterem Himmel, tauchte mit einem Mal vor ihnen das Schild mit dem richtigen Straßennamen auf …

Susanne reflektierte dieses Erlebnis in ihrer Meditation am nächsten Tag. Und sie erschrak. Das Navi hatte IHR ETWAS gespiegelt. Sie selbst hatte sich Zeit ihres Lebens immer vom Außen führen, lenken und leiten lassen. Sie war stets abhängig von den Kommentaren und Ratschlägen der anderen gewesen. Und wenn das Außen sie nicht führte, fühlte sie sich hilflos und aufgeschmissen.

Es war ein wunderbar befreiendes Erlebnis, die Erfahrung zu machen, aus eigener Intuition heraus den richtigen Weg durchs Leben zu finden und das Ziel sicher zu erreichen.

Und Susanne beschloss: „So will ich das nun immer machen. Ich lasse Navis ganz gleich welcher Art (ob Menschen oder Geräte) weg und horche, was mir meine innere Stimme zuflüstert …“

Seitdem hat sich Susannes Lebensqualität deutlich verbessert. Zwar klappt nicht immer alles auf Anhieb einhundert prozentig, doch Susanne fühlt sich einfach befriedigter, erfüllter und lebendiger, weil sie viel mehr mit sich selbst in Kontakt ist und sich selbst aus ihrem Herzensfeld heraus führt und lenkt und leitet, ganz gleich was sie tut …



Björn Geitmann
Buchautor „Eine Neue Ordnung - Praxishandbuch zum spirituellen Erwachen“
und „Faszination menschliche Kommunikation – Liebe Dich selbst, sonst liebt Dich keiner …!
www.datgeitman.de/lichtschule